Der MALfreiRAUM – ein Ort zum Ausdrucksmalen

Seit kurzem gibt es einen Ort zum freien Malen und Ausprobieren in Neustadts Innenstadt. Es ist keine Malschule oder Malkurs zum Vertiefen einzelner Maltechniken, wie man es aus den Kunstschulen kennt – es ist ein geschützter Raum, wo jeder für sich ohne Bewertung, Lob oder Tadel frei malen kann und dabei wertschätzend mit kleinen Impulsen, Anregungen und Hilfen unterstützt wird. Das ist der Betreiberin des „Malfreiraums“ in der Windmühlenstraße 6 sehr wichtig.

Tanja Repenning, 47 Jahre, zwei Kinder, hat sich getraut einen eigenen Malraum in Anlehnung an Arno Stern einzurichten und eine Möglichkeit zum Ausdrucksmalen für Kinder und Erwachsene anzubieten.

Als Start-Platz-Gewinnerin in Neustadt, konnte sie Ihre Gründungsidee verwirklichen und hat die ehemaligen Räume vom Kinderladen KlaMotte in der Windmühlenstraße 6 in Neustadt bezogen.

„Das ist das, was ich schon immer machen wollte“, erzählt Tanja, als sie mir die Räumlichkeiten zeigt. Für mich ist „Ausdrucksmalerei“ ein neuer Begriff und so erklärte mir Tanja, was sie als therapeutisch pädagogische Malbegleiterin macht bzw. wie sie die Kinder und auch Erwachsene begleitet. „Ich bin keine Lehrerin, die die Kinder anleitet, wie sie etwas zu tun haben, damit es „richtig“ ist. Sondern die Kinder können sich hier frei ausprobieren und selber für sich herausfinden, wie sie die Dinge, die Welt sehen, und darstellen wollen. So lernen sie selbstbewusst zu sagen und zu zeigen, was sie selbst wollen… und ganz nebenbei, spielerisch, lernen sie mit den Farben, Pinseln und anderen wechselnden Materialien umzugehen und in ihrem eigenen Bildentwicklungsprozess zu reifen. „

In dem Malfreiraum gibt es insgesamt 10 Malplätze für Kinder: 7 Wandplätze und 3 Plätze an der Staffelei. In der Mitte sind bunte Farbtöpfe mit einem Wasserglas und je 2 Pinseln aufgebaut. Die dicken Papierbögen werden an den Wänden mit Reisszwecken befestigt, so dass die Kinder im Stehen malen können- ohne Schuhe, dafür mit warmen Socken auf Malervlies und Teppichboden.

Zu Beginn ziehen sich die Kinder einen Malkittel oder Malerhemd über und streifen sich die Schuhe an der Garderobe ab. Nach einer kurzen Einführung, wie man mit der Farbe umgeht und Farbmischungen erzeugt, malen die Kinder einfach drauf los.

„Beim Malen im geschützten Raum wird die Aufmerksamkeit und die Achtsamkeit herausgefordert – die einzige Voraussetzung ist, dass die Kinder freiwillig kommen und nicht hingehen müssen. So finden auch verhaltensauffällige oder sehr aktive Kinder Ruhe und können sich auf dem Papier ausleben und Ausprobieren.“ erklärt mir Tanja.

Auch ich finde den Ort inspirierend. Meine Tochter fängt ganz selbstverständlich an zu malen und vergisst, dass ich im Raum bin. Normalerweise sind die Eltern nicht dabei, damit die Kinder sich frei entfalten können. Ich darf beim Schnuppertag im Hintergrund beobachten und mich in den Räumlichkeiten umschauen.

Der Malraum ist ein großer heller Raum mit Wandmalplätzen. Ein Schrankblock unterteilt den Raum, so dass eine weitere Fläche zum Malen besteht oder ein Sitzbereich vom Malbereich abgetrennt werden kann. Denn nach der Hälfte der Zeit wird eine kurze Pause gemacht, damit das Malen auf die Kinder wirken kann. Die Kinder können Tee oder Wasser trinken oder einen kleinen Snack/Kekse einnehmen bis es wieder losgehen kann.

Im Prinzip ist der Malfreiraum total offen – jeder kann mitmachen! Man muss nicht malen können! Die Malangebote sind jedoch nach Altersgruppen unterteilt: Es gibt Kindergruppen am Montag, Dienstag und Freitag, Erwachsenengruppen oder auch Malangebote im Jugendhaus.

Ein Malangebot für Mütter mit Babys ist ebenso vorgesehen. Hierbei können die Mütter ihre Babys im Tragetuch mitbringen und in Ruhe – während die Kinder schlafen oder in der Trage geschaukelt werden, malen. Dieses Angebot findet zur Zeit mittwochs um 10 Uhr statt. Eine Wickelstation sowie eine Möglichkeit zum Stillen ist ebenso gegeben. Sollten Angebote zu anderen Uhrzeiten angeboten werden, so kann Tanja das auch berücksichtigen, Ihr könnt sie einfach dazu ansprechen.

Die gemalten Bilder verbleiben zum Trocknen im Atelier und können beim nächsten Mal weitergemalt werden oder werden gesammelt und nach einer gewissen Zeit gemeinsam durchgeschaut. So können die Kinder ihre Bilder noch einmal auf sich wirken lassen. Einige Bilder können auf Wunsch mit nach Hause genommen werden.

Die Kindermalgruppen dauern 1,5 Stunden und kosten 12 EUR pro Maltag. Wenn man öfters/regelmäßig kommen möchte, lohnt sich eine 6er Karte für 60 EUR. Dann wird auch ein Platz für das Kind reserviert und freigehalten. Sollte man einmal nicht können, z.B.im Krankheitsfall, ist eine kostenfreie Abmeldung bis 10 Uhr morgens möglich.

In den Ferien finden keine Angebote statt.

Wer sich ausführlicher informieren möchte, findet das gesamte Angebot und mehr Infos zum MALfreiRAUM unter www.malfreiraum.info.

Tanja freut sich aber auch über Anfragen bei Facebook und Instagram. Oder direkt per Handy unter: 0174/7124983.

Berichtet doch mal eure Erfahrungen, falls ihr das Angebot schon mit Kindern oder als Erwachsene schon kennengelernt habt.

Viele Grüße

Ira

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